Wo trägt man eine Uhr?

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Sabine Meding, zuletzt aktualisiert am 24.07.2023

Unter all dem Schmuck und den Accessoires, die die Modewelt zu bieten hat, ist die Armbanduhr eindeutig das besondere "Extra", das jedem Outfit gekonnt den letzten Schliff verleiht. Doch wo liegt eine Uhr überhaupt korrekt am Handgelenk - links oder rechts? Wir liefern Antworten und verraten, wie Herren- und Damenuhren optimal zur Geltung kommen.

Historische und kulturelle Aspekte der Uhrenplatzierung

Um uns der Frage nach dem perfekten Platz für die Uhr am Handgelenk umfassend anzunehmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die geschichtlichen Hintergründe der Armbanduhr. Außerdem beleuchten wir kulturelle und konventionelle Einflüsse auf die übliche Etikette rund um das Tragen von Uhren.

Traditionelle Praxis der linken Hand

Dem aufmerksamen Beobachter ist im Alltag vermutlich schon längst aufgefallen, dass die meisten Menschen ihre Uhr links tragen. Aber woher rührt diese "Regel" der Uhrenplatzierung, an die sich die meisten Männer und Frauen halten?

Historischer Hintergrund

Den ausschlaggebenden Grund für das Tragen von Uhren am linken Handgelenk präsentiert uns die Historie. Die ersten Zeitmesser, deren Uhrwerk klein genug war, damit sie am Armband getragen werden konnten, mussten allesamt von Hand aufgezogen werden. Das Aufziehen funktionierte dabei über eine recht filigrane Krone am Gehäuserand - und zwar auf der rechten Seite.

Diese Platzierung wurde von den Uhrenherstellern keinesfalls zufällig gewählt. Damals wie heute waren die meisten Menschen Rechtshänder, weshalb es durchaus Sinn ergab, die Krone an der Uhr rechts anzubringen. Trug man die Uhr links, konnte man die bevorzugte rechte Hand komfortabel zum Aufziehen einsetzen. Linkshänder hatten und haben bei dieser Überlegung leider das Nachsehen: Sie müssen vergleichsweise umständlich um das Gehäuse der Armbanduhr herumgreifen oder - ihrer Bevorzugung zum Trotz - die rechte Hand verwenden.

Kulturelle Bedeutung und Konventionen

Heute müssen die meisten Uhren nicht mehr manuell aufgezogen werden. Dennoch hat sich das Tragen der Uhr am linken Handgelenk durchgesetzt und gehört gewissermaßen zu den traditionellen Regeln in Sachen Uhrenplatzierung. Und auch was die Höhe der Uhr am Handgelenk betrifft, gibt es ein Optimum: Etwa eine Daumenbreite sollte zwischen Handwurzel und Gehäuse passen. Alternativ kann bei längeren Sakkoärmeln eine etwas tiefere Platzierung am Arm gewählt werden, damit Ärmel und Gehäuse ideal aufeinander abgestimmt abschließen.

Persönliche Präferenzen und individuelle Anpassung

Fakt ist: In puncto Outfit kann man mit einer hochwertigen Uhr einen grandiosen Auftritt hinlegen, egal ob man sie nun links oder rechts tragen möchte. Letztendlich entscheiden Komfort, Gewohnheit und Geschmack über den individuell perfekten Platz für das Accessoire. Wir möchten an dieser Stelle die größten Vorteile und Nachteile des Tragens von Armbanduhren rechts und links zusammenfassen:

Rechte Hand

Vor- und Nachteile dieser Platzierung

Die Uhr rechts zu tragen, bietet sich vor allem für Linkshänder an. Schließlich nutzen diese speziell ihre linke Hand für allerlei Alltagstätigkeiten, wobei die Uhr gegebenenfalls als störend empfunden werden kann. Auf der dominanten linken Seite getragen, sind Uhr und Armband zudem einer größeren Belastung ausgesetzt, wodurch sich der Erfahrung nach mehr Gebrauchsspuren ansammeln. Hinzu kommt, dass sich das Anlegen der Uhr an der linken Hand für einen Linkshänder durchaus knifflig gestalten kann. Es bedarf eventuell einer gewissen Übung, um die Uhr mit der nicht-dominanten Hand geschmeidig am Handgelenk platzieren zu können.

Aus all diesen Gründen ist es Linkshändern zu empfehlen, ihre Uhr rechts zu tragen - auch wenn dies nicht den gängigen "Regeln" entspricht. Immerhin tut die Platzierung am rechten Arm dem schicken Aussehen der Uhr keinen Abbruch und somit spricht trotz der Etikette nichts dagegen, das Accessoire rechts anzulegen.

Linke Hand

Vor- und Nachteile dieser Platzierung

Männern und Frauen, deren dominante Hand die rechte ist, präsentiert sich die Situation genau umgekehrt. Sie nutzen die rechte Hand zum Kochen, Putzen, Rasieren, Zähneputzen und Co., weshalb die Uhr in aller Regel links besser aufgehoben ist. Dort kommt sie dem Rechtshänder im Alltag nicht in die Quere und läuft weniger Gefahr, Kratzer abzubekommen.

Wie trägt man eine Uhr mit Stil?

Einmal ganz abgesehen davon, an welchem Arm die Uhr getragen wird, möchten wir abschließend einige Tipps zur Auswahl der idealen Uhr für Damen und Herren geben:

Armbanduhrgröße

Wie groß ist zu groß? Auch das ist eine der meistgestellten Fragen zum Thema Uhren. Grundsätzlich gilt: Die Größen der Uhren sollte zur Größe des Handgelenks passen. Bei Männern mit breiten Gelenken kann eine größere Uhr die optimale Wahl sein, während sie bei einer Frau mit zartem Arm übertrieben und schwer wirken würde. Hier kommt die sogenannte 18-40-Regel zum Tragen. Diese besagt, dass das Gehäuse einer Uhr für eine Person mit 18 cm Handgelenksumfang maximal 40 cm messen sollte.

Material und Farbe

Auf dem großen Markt der Uhren ist wirklich für jeden etwas dabei: Von der schlichten schnörkellosen Uhr für Damen über die diamantbesetzte Golduhr mit dickem Gliederarmband bis hin zur sportlichen Taucheruhr für den Mann gibt es nichts, was es nicht gibt. Und das ist auch gut so! Im Hinblick auf das Material und die farbliche Gestaltung von Uhr und Armband gibt es im Prinzip kein "Richtig" und "Falsch". Eine Uhr muss nicht auffällig und extravagant sein, damit man ihr ihre Hochwertigkeit ansieht. Genauso muss sie nicht zwingend zurückhaltend-dezent sein, um einem guten Stil Ausdruck verleihen zu können. Sofern sie das Outfit, zu dem sie getragen wird, stimmig komplettiert, sind vermeintliche strikte "Stil-Regeln" überflüssig. In diesem Sinne lohnt es sich, darauf zu achten, Uhr und Armbänder bezüglich des Materials passend zum übrigen Schmuck auszusuchen. So entsteht ein wunderbar harmonisches Gesamtbild.

Anlass

Selbstverständlich sollte die Uhr passend zum Anlass beziehungsweise zur Situation gewählt werden. Die Sportuhr mit Bicolor-Textilband und knalligen Zeigern passt beispielsweise besser zum sportlichen Freizeitlook, während die schicke, klassische Dress Watch das Businessoutfit vervollständigt. Trägt man zum zwanglosen Treffen mit Freunden die auffällige Platin-Luxusuhr mit riesigem Gehäuse, gilt man unter Umständen schnell als Protz. Auf der anderen Seite ist die gern gebrauchte No-Name-Uhr mit halbzerfleddertem Lederband womöglich zu viel des Guten in Sachen "Understatement", wenn man sie zu einem wichtigen Meeting trägt.

Natürlich sind all diese Tipps lediglich grobe Hinweise, wobei die Ausnahme die Regel bestätigt. Im Endeffekt ist nicht zu vergessen: Erlaubt ist alles, was gefällt!

Fazit - Die optimale Platzierung einer Uhr am Handgelenk

Auch wenn die Zeiten, in denen alle Uhren mühsam von Hand aufgezogen werden mussten, vorbei sind, tragen die meisten Menschen ihre Zeitmesser auch heute noch links. Trotzdem spricht theoretisch nichts dagegen, die Armbanduhr am rechten Handgelenk zu tragen. Im Gegenteil: Gerade für Linkshänder ist der rechte Arm oftmals die bequemere, praktischere Wahl.


Über den Autor

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Sabine Meding

Das weitläufige Thema der Horologie interessierte mich schon immer, vor allem wie facettenreich und vielseitig die Welt der Uhren ist. Ich liebe es, über die verschiedenen Marken und Modelle zu schreiben und kann mir ein Leben ohne Uhren gar nicht mehr vorstellen. Am besten gefallen mir Modelle, die sowohl den Wochentag, als auch das Datum anzeigen. Ist dann das Zifferblatt auch noch aus Perlmutt, ist die Uhr für mich perfekt.