Sommer, Sonne, Strand (oder heimischer Garten) und Meer: Wie Sie Ihre Uhren in der Sommerzeit richtig gegen äußere Einflüsse schützen sollten

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Schon seit mehreren Jahrhunderten feilen Uhrmacher an der Widerstandsfähigkeit der Zeitmesserkomponenten. Perfektionierte Techniken und bessere Materialien machten es mit der Zeit tatsächlich möglich Armbanduhren immer resistenter zu machen. Doch einige äußere Einflüsse können den Schätzen dennoch zusetzen. Speziell der Sommer, der nun bereits an die Tür klopft, hält ein paar Gefahren für hochgeschätzte Luxusuhren bereit. Wie Sie Ihre Zeitmesser in den Sommermonaten gekonnt schützen und welche Exemplare besonders robust sind, erklären wir Ihnen nachfolgend.

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Sonne, Salz, Sand und Sonnencreme

Die Bedingungen im Strandurlaub oder auf Balkonien können schlichtweg ein Albtraum für die geliebte Luxusuhr sein. Damit dies nicht der Fall ist und Sie noch lange Freude an Ihren feinen Stücken haben, haben wir einige wertvolle Infos und Tipps. Die Uhr sollte immer möglichst gut vor Sand, Staub, Schweiß, Wasser, Creme und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, damit Ganggenauigkeit und Lebensdauer nicht negativ beeinflusst werden. Sie ganz vor äußeren Einflüssen abzuschirmen ist jedoch so gut wie unmöglich, außer Sie lassen Sie einfach im Schrank – was natürlich viel zu schade wäre. Uhrenfans, die Ihre Schätze auch im Sommer ausführen möchten, können Einiges tun, um sie zu schützen. Zeitmesser sollten vor allem nicht zu großen Temperaturschwankungen ausgeliefert werden. Zu starke Hitze und zu lange Sonneneinstrahlung könnten der Uhr Schaden zufügen. Auf lange Sonnenbäder sollte deshalb verzichtet werden. Für die Sauna sollte die Uhr generell abgelegt werden, da sich sonst Schmieröle verflüssigen und das Uhrwerk beschädigen können.

Vorsicht mit Wasser

Wichtig zu wissen ist, dass die Wasserdichtigkeit einer Uhr durch Temperaturschwankungen und den Einfluss von Schweiß und Cremes beeinträchtigt werden kann. Ein Zeitmesser, der beim Schwimmen oder Tauchen getragen wird, sollte besonders pfleglich behandelt und nach dem Ablegen stets von allen Rückständen befreit werden. Beim Schwimmen und dem Eintauchen in Wasser kann es zu einem kurzzeitig größeren Druck auf die Dichtelemente kommen. Aus diesem Grund sollte man nach einem längeren Sonnenbad nicht umgehend ins Wasser springen, denn der Aufschlagdruck und der Unterdruck zusammen können leichter Schäden verusachen. Nach dem Kontakt mit Chlorwasser oder salzigem Meerwasser sollte zudem jede Uhr unbedingt mit klarem Leitungswasser gesäubert werden, da Dichtungen und Gehäuse sonst darunter leiden können. Dafür sollte die Uhr aber eine Wasserdichtigkeit von mindestens 5 ATM aufweisen. Bei der Wasserdichtigkeit handelt es sich um keine gleichbleibende Eigenschaft, da die Funktion der Dichtelemente nachlassen kann. Bestenfalls sollte die Wasserdichtigkeit des Zeitmessers daher einmal im Jahr in einem Fachgeschäft kontrolliert werden, insbesondere vor dem Urlaub und den damit einhergehenden Belastungen für die Uhr. „Wassergeschützte“ Uhren halten lediglich Handhygiene und Spritzwasser stand. Für Wasserdruck und schwankende Temperaturen sind sie nicht vorgesehen. Sollte sich Kondenswasser in der Uhr sammeln muss diese umgehend in ein Fachgeschäft gebracht werden, damit die Feuchtigkeit die Uhr nicht ernsthaft beschädigt.

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Die richtige Sommeruhr

Am einfachsten ist es in der Sommerzeit gleich auf eine besonders robuste Uhr zurückzugreifen. Ihr Gehäuse, Glas und ihre Dichtungen sollten den höchsten Standards entsprechen. Wasser, Sand und Staub lassen sich gut mit einem Einschalen-, Monoblock- oder Monocoque-Gehäuse fernhalten. Bei derartigen Zeitmessern wird das Uhrwerk von oben eingesetzt und die Uhr durch das Glas versiegelt. Uhren mit einem solchen Gehäuse gibt es allerdings nur selten, da Glasböden mit einer freien Sicht auf das Innere beliebt sind. Acrylgläser sollten jedoch unbedingt gemieden werden. Zwar lassen sich Kratzer aus diesen gut wegpolieren, doch es hält kaum etwas aus. Dasselbe gilt für Kristall- und Mineralglas. Es sollte daher auf jeden Fall extrahartes Saphirglas sein, das fast so hart ist wie Diamant. Das Gehäuse sollte Kratzern und Schlägen standhalten. Auf Messing sollte dafür möglichst verzichtet werden, denn die Verchromung, Versilberung oder Vergoldung blättert früher oder später ab. Gold und Platin bekommen leicht Kratzer, während Edelstahl besonders hart und weniger kratzempfindlich ist. Auch Zeitmesser mit Keramikgehäuse sind in der heißen Zeit eine kluge Wahl, denn Keramik ist extrem hart und kratzfest, sodass der Urlaub ohne komplett verkratzte Uhr vonstattengehen kann. Ein verschraubter Boden ist ebenfalls unverzichtbar, aufgepresste Druckböden sollten umgangen werden. Nur so bleiben Sand und Co auch wirklich „draußen“. Der Dichtungsring zwischen Boden und Gehäuse sollte ein O-Ring sein, denn er liegt in einem speziell gefrästen Kanal, der sogenannten „Nut“, die so gefertigt ist, dass sich der Ring beim Verschluss leicht ovalförmig verformt. Dadurch liegt der Ring gleichmäßig an und kann nicht verrutschen. Widerstandsfähige Luxus-Sportuhren verfügen mittlerweile alle über solche O-Ring-Dichtungen, die das Uhrwerk zuverlässig schützen. Darüber hinaus sollten die Drücker und Kronen gut abgedichtet sein. Rolex bietet beispielsweise eine sogenannte Twinlock, bei der sich noch eine zusätzliche Dichtung auf der Stirnseite des Tubus im Inneren der Krone befindet. Bei manchen Uhren gibt es sogar noch eine dritte Dichtung, die zwischen Krone und Gehäuseaußenwand liegt. Das Ganze wird als Triplock bezeichnet. Rolex hat auf diese Technologie bereits ein Patent angemeldet. Zuverlässige Zeitmesser aus widerstandsfähigen Materialien und mit hilfreichen Technologien wehren Sonne, Wasser, Sand, Schweiß und Creme gut ab. Mit diesen Uhren halten Sie den Elementen stand.

Das richtige Armband

Bänder aus Leder sind klassisch und beliebt. Doch gerade sie sind besonders empfindlich. Wasser bzw. Feuchtigkeit, Kosmetika und direkte Sonneneinstrahlung vertragen sie leider nicht. Das Naturmaterial neigt zu Verfärbungen, Fleckenbildung und Porosität. Lederbänder sollten deshalb nicht mal zum Händewaschen, Sport oder Duschen getragen werden. Noch schlimmer steht es um Lackleder oder Rauleder wie Velours oder Nubuk. Leder ist daher für die heiße Jahreszeit nicht empfehlenswert, zumal man darunter zur Schweißbildung neigt. Eine bessere Wahl sind Metallbänder, die widerstandsfähiger sind. Verschmutzungen durch Sonnencreme und Co können einfach mit einem feinen Mikrofasertuch entfernt werden. Danach können die einzelnen Bandelemente und deren Zwischenräume mithilfe eines Wattestäbchens oder einer weichen Bürste gesäubert werden, die vorher in mildes Seifenwasser getaucht wurden. Seifenreste danach mit klarem Wasser abspülen und die Uhr auf eine saugfähige Unterlage zum Trocknen legen. Die trockene Uhr kann noch mit einem sauberen Mikrofasertuch poliert werden. Für Uhrenfans, die auf keine Uhr mit Metallband zurückgreifen wollen, empfiehlt sich Kautschuk. Das Naturmaterial ist weitaus weniger empfindlich als Leder. Zu lange direkte Sonneneinstrahlung sollte dennoch ebenfalls vermieden werden, da dies ein Ausbleichen des Bandes zur Folge haben kann. Kautschukbänder sollten auch regelmäßig mit mildem Seifenwasser gereinigt und anschließend mit klarem Wasser abgespült werden.

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Das Reinigungs-Einmaleins im Sommer

Jede Uhr sollte nach dem Tragen im Sommer mit sauberem Wasser und einem weichen Lappen oder einer trockenen Zahnbürste gesäubert werden, sodass Spuren von Meersalz, Sand, Cremes, Schweiß etc. entfernt werden. Es sollte sich kein Dreck zwischen den Anstößen ansammeln. Zeitmesser mit einer Wasserdichtigkeit über drei Bar können auch unter fließendem Wasser abgespült werden. Lederarmbänder sollten zuvor allerdings abgenommen werden, denn sie sollten nicht mit Wasser in Kontakt kommen.  Zudem können Reinigungsmittel die Farbe des Leders verändern oder unschöne Ränder zurücklassen. Gehäuse und Bänder aus Metall können mit einem Baumwolltuch poliert werden. Kleine Kratzer können mit Polierpaste behandelt werden. Sollte das Glas von innen Schaden genommen haben, sollte man jedoch den Weg zum Uhrmacher antreten. Nur dieser sollte einen Zeitmesser öffnen. Idealerweise sollten Armbanduhren zudem einmal im Jahr per Ultraschallreinigung professionell gesäubert werden.

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