Uhrenwissen

Wissensdonnerstag #1: Was bedeutet die Rolex Referenz?

Von Philipp Mayrhofer —30.07.2026 — 4 Min. Lesezeit

126610LN, 126710BLRO, 126500LN – auf den ersten Blick wirken Rolex-Referenzen wie eine zufällige Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Tatsächlich folgen sie einem System. Wer es kennt, liest aus der Referenz Modellfamilie, Lünettentyp, Gehäusematerial und Farbgebung ab, ohne die Uhr gesehen zu haben.

Die wichtigsten Punkte

  • Die Referenz identifiziert eine Uhr eindeutig. Der Modellname wie Submariner oder GMT-Master II umfasst viele Ausführungen, die Referenz genau eine.
  • Die Ziffern beschreiben die Konstruktion. Die vorderen Stellen stehen für Modellfamilie und Generation, die vorletzte für die Lünette, die letzte für das Material.
  • Die Buchstaben beschreiben die Farbe. Sie stammen meist aus dem Französischen, etwa LN für Lunette Noire.

Der Aufbau einer sechsstelligen Referenz

Aktuelle Rolex-Modelle tragen sechsstellige Referenzen. Die vorderen Ziffern bezeichnen Modellfamilie und Generation: 1266 steht für die aktuelle Submariner Date, 1267 für die aktuelle GMT-Master II, 1265 für die aktuelle Cosmograph Daytona. Ändert Rolex Gehäuse oder Kaliber grundlegend, ändert sich auch dieser Teil der Referenz. Deshalb lässt sich an der Nummer ablesen, zu welcher Generation eine Uhr gehört.

Die vorletzte Ziffer beschreibt die Lünette. Bei der Submariner Date 126610 steht die 1 für die drehbare Taucherlünette, bei der Datejust 41 mit der Referenz 126300 steht die 0 für die glatte Lünette, bei der 126334 die 3 für die geriffelte Lünette.

Die letzte Ziffer verrät das Material. Die 0 steht für Oystersteel, also Edelstahl. Weitere häufige Endziffern sind die 1 für Everose Rolesor (Stahl mit Roségold), die 3 für Gelbes Rolesor (Stahl mit Gelbgold), die 4 für Weißes Rolesor (Stahl mit Weißgold oder Platin), die 5 für Everose-Gold, die 6 für Platin, die 8 für Gelbgold und die 9 für Weißgold. Die 126711CHNR ist deshalb eine GMT-Master II in Everose Rolesor, die 126500LN eine Daytona in Stahl.

Die Buchstaben: Farben auf Französisch

Die Buchstaben am Ende sind Abkürzungen für die Farbe von Lünette oder Inlay. Die wichtigsten Kürzel:

  • LN – Lunette Noire: Schwarze Lünette, etwa bei der Submariner Date 126610LN oder der Daytona 126500LN
  • LV – Lunette Verte: Grüne Lünette
  • BLRO – Bleu Rouge: Blau-rote Lünette der GMT-Master II, bekannt als „Pepsi“
  • BLNR – Bleu Noir: Blau-schwarze Lünette, bekannt als „Batman“
  • GRNR – Gris Noir: Grau-schwarze Lünette, bekannt als „Bruce Wayne“
  • CHNR – Chocolat Noir: Braun-schwarze Lünette, bekannt als „Root Beer“
  • VTNR – Vert Noir: Grün-schwarze Lünette, bekannt als „Sprite“

Woher die Spitznamen hinter diesen Kürzeln stammen, erklären wir in Wissensdonnerstag #2.

Referenz, Variante und Seriennummer

Neben der Referenz gibt es bei Rolex eine weitere Ebene: Zu einer Referenz gehören oft mehrere Zifferblatt- und Bandvarianten. Die Datejust 41 mit der Referenz 126300 gibt es zum Beispiel mit vielen Zifferblattfarben und wahlweise mit Oyster- oder Jubilé-Band. Im Handel wird diese Ausführung meist über einen vierstelligen Zusatz wie 126300-0001 unterschieden.

Die Seriennummer ist dagegen einmalig und gehört zu genau einem Exemplar. Sie steht auf der Garantiekarte und ist auf dem Gehäuse graviert. Bei jeder Uhr, die HORANDO verschickt, werden Referenz und Seriennummer vor dem Versand abgeglichen.

Warum Sammler auf die Referenz achten

Für Sammler ist die Referenz oft wichtiger als der Modellname. Zwischen zwei Generationen derselben Uhr liegen häufig ein neues Kaliber, eine andere Gangreserve oder ein geändertes Gehäuse. Die Submariner Date 126610LN etwa arbeitet mit dem Kaliber 3235 und rund 70 Stunden Gangreserve, ihre Vorgängerin 116610LN mit dem Kaliber 3135. Wer eine bestimmte Ausführung sucht, sucht deshalb nach der Referenz.

Beispiele aus dem Sortiment

Die Rolex Submariner Date 126610LN ist das Lehrbuchbeispiel: 1266 für die aktuelle Submariner Date, 1 für die drehbare Lünette, 0 für Oystersteel, LN für die schwarze Lünette. Weitere Ausführungen finden Sie unter Rolex Submariner.

Die Rolex Cosmograph Daytona 126500LN zeigt, dass das Kürzel LN auch bei einer Keramiklünette ohne Drehfunktion steht. Entscheidend ist die Farbe, nicht die Funktion.

Die Rolex GMT-Master II 126711CHNR verbindet beide Ebenen: Die Endziffer 1 steht für Everose Rolesor, CHNR für die braun-schwarze Lünette. Die gesamte Auswahl finden Sie unter Rolex GMT-Master II.

Häufige Fragen (FAQ)

Wo steht die Referenznummer einer Rolex?

Auf der Garantiekarte und bei aktuellen Modellen zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr am Gehäuse. Zum Ablesen muss das Band abgenommen werden.

Ist die Referenz dasselbe wie die Seriennummer?

Nein. Die Referenz beschreibt ein Modell und gilt für viele Uhren. Die Seriennummer gehört zu genau einem Exemplar.

Warum haben manche Referenzen fünf Ziffern?

Ältere Generationen tragen fünfstellige Referenzen, etwa die Submariner Date 16610. Mit den heutigen sechsstelligen Nummern kam eine zusätzliche Stelle für Modellfamilie und Generation hinzu.

Fazit

Eine Rolex-Referenz ist kein Zufall, sondern eine Kurzbeschreibung der Uhr. Wer die Endziffer und die Buchstaben kennt, weiß in Sekunden, aus welchem Material eine Uhr besteht und welche Lünette sie trägt. Die aktuelle Auswahl finden Sie unter Rolex Uhren.

Der Wissensdonnerstag erscheint jede Woche auf Instagram und Facebook. Hier im Uhrenmagazin finden Sie jede Folge ausführlicher – mit Hintergrund, Beispielen aus dem Sortiment und den häufigsten Fragen.

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