Uhrenwissen

Wissensdonnerstag #3: Was ist eine GMT-Uhr und wofür braucht man sie?

Von Philipp Mayrhofer —13.08.2026 — 4 Min. Lesezeit

GMT steht für Greenwich Mean Time, die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian im Londoner Stadtteil Greenwich. Bei Uhren bezeichnet GMT eine Funktion, mit der sich neben der Ortszeit eine zweite Zeitzone ablesen lässt. Mit einer drehbaren Lünette wird sogar eine dritte daraus.

Die wichtigsten Punkte

  • Ein zusätzlicher Zeiger zeigt die zweite Zeitzone. Er umrundet das Zifferblatt nur einmal in 24 Stunden.
  • Die 24-Stunden-Skala macht Tag und Nacht ablesbar. Ob es in der zweiten Zeitzone 8 Uhr morgens oder abends ist, ist auf einen Blick klar.
  • Die Funktion stammt aus der Luftfahrt. Die Rolex GMT-Master entstand 1954 für Langstreckenpiloten.

So funktioniert der GMT-Zeiger

Der normale Stundenzeiger umrundet das Zifferblatt zweimal am Tag. Der GMT-Zeiger braucht dafür 24 Stunden und zeigt seine Zeit auf einer 24-Stunden-Skala an, die entweder auf dem Zifferblatt oder auf der Lünette sitzt. Er wird auf die zweite Zeitzone eingestellt, etwa auf New York, während Stunden- und Minutenzeiger die Ortszeit in Deutschland anzeigen.

Ist die Lünette drehbar, lässt sich eine dritte Zeitzone ablesen: Die Lünette wird um die Zahl der Stunden verdreht, die zwischen zweiter und dritter Zeitzone liegen. Der GMT-Zeiger zeigt dann auf der Lünette die dritte Zeit an.

Office-GMT und Travel-GMT

Technisch gibt es zwei Bauarten. Bei der sogenannten Travel-GMT lässt sich der normale Stundenzeiger in Stundenschritten verstellen, ohne dass die Uhr anhält. Wer reist, stellt am Ziel nur den Stundenzeiger um. GMT-Zeiger, Minuten und Sekunden laufen weiter. Die aktuelle Rolex GMT-Master II arbeitet nach diesem Prinzip.

Bei der Office-GMT wird dagegen der GMT-Zeiger separat verstellt. Diese Bauart eignet sich vor allem, um dauerhaft eine zweite Zeitzone im Blick zu behalten, etwa die eines Geschäftspartners in Übersee.

Die Geschichte: Von Pan Am ans Handgelenk

In den 1950er-Jahren begannen regelmäßige Transatlantikflüge. Piloten mussten Ortszeit und Heimatzeit gleichzeitig im Blick behalten, unter anderem wegen der Ruhezeiten. 1954 stellte Rolex die GMT-Master mit der Referenz 6542 vor, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft Pan American. Die blau-rote Lünette, heute als „Pepsi“ bekannt, unterschied schon damals Tag- und Nachtstunden.

In den 1980er-Jahren folgte die GMT-Master II mit unabhängig verstellbarem Stundenzeiger. Aus einem Werkzeug für die Luftfahrt wurde eine der bekanntesten Luxusuhren der Welt. Woher die Spitznamen ihrer Varianten stammen, steht in Wissensdonnerstag #2.

GMT-Uhren im Alltag

Längst nutzen nicht nur Piloten die Funktion. Wer mit Kunden oder Familie in anderen Zeitzonen in Kontakt steht, sieht auf einen Blick, ob ein Anruf gerade passt. Auf Reisen bleibt die Heimatzeit sichtbar, während die Uhr die Ortszeit anzeigt. Und wer gar nicht reist, kann den GMT-Zeiger einfach auf die eigene Zeit stellen und nutzt die 24-Stunden-Skala als Tag-Nacht-Anzeige.

Dazu kommt ein praktischer Vorteil der Travel-GMT: Beim Umstellen des Stundenzeigers springt bei vielen Modellen auch das Datum mit, vorwärts wie rückwärts. Wer über die Datumsgrenze fliegt, muss deshalb nicht das ganze Werk neu einstellen. Bei Office-GMT-Modellen wird das Datum dagegen meist über die normale Zeiteinstellung korrigiert.

GMT oder Weltzeituhr?

Eine Weltzeituhr zeigt alle 24 Zeitzonen gleichzeitig an, meist über einen Städtering am Zifferblattrand. Sie ist die aufwendigere Komplikation, aber auch die weniger übersichtliche. Für die meisten Reisenden reicht die GMT-Funktion vollkommen, denn sie zeigt genau die Zeitzonen, die gerade zählen.

Beispiele aus dem Sortiment

Die Rolex GMT-Master II Batman zeigt das Prinzip in Reinform: Der GMT-Zeiger zeigt die zweite Zeitzone auf der blau-schwarzen Keramiklünette an, die beiden Farben trennen Tag und Nacht. Die Lünette lässt sich in beide Richtungen drehen.

Die Rolex GMT-Master II Sprite funktioniert genauso, trägt die Krone aber links. Die Rolex GMT-Master II Root Beer verbindet die Funktion mit Everose Rolesor.

Weitere Modelle anderer Marken finden Sie in unserer Auswahl an GMT-Uhren.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie stelle ich eine GMT-Uhr auf Reisen um?

Bei einer Travel-GMT wie der GMT-Master II wird die Krone in die erste Position gezogen und der Stundenzeiger in Stundenschritten auf die Ortszeit gestellt. Der GMT-Zeiger behält dabei die Heimatzeit.

Wie viele Zeitzonen kann eine GMT-Uhr anzeigen?

Zwei über die Zeiger, mit drehbarer 24-Stunden-Lünette drei.

Was bedeuten die zwei Farben auf der Lünette?

Sie trennen Tag- und Nachtstunden. So ist auf einen Blick klar, ob es in der zweiten Zeitzone Tag oder Nacht ist.

Fazit

Die GMT-Uhr ist eine der nützlichsten Komplikationen überhaupt: Ein Zeiger mehr, eine Skala mehr und schon ist eine zweite Zeitzone immer im Blick. Dass sie für Piloten erfunden wurde, sieht man bis heute an ihrer klaren Ablesbarkeit.

Der Wissensdonnerstag erscheint jede Woche auf Instagram und Facebook. Hier im Uhrenmagazin finden Sie jede Folge ausführlicher – mit Hintergrund, Beispielen aus dem Sortiment und den häufigsten Fragen.

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