IWC

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Spricht man über die bedeutendsten Schweizer Uhrenmanufakturen, gehört auch ein wenig Zahlenwerk dazu. Die Dimensionen sind einfach zu beeindruckend! IWC – der Uhrenrealität gewordene american dream – ist längst in der Haute Horlogerie zuhause und mit 650 Mitarbeitern, weltweiten Verkaufsstellen, einer jährlichen Stückzahl von etwa 65.000 Uhren und rund einer halben Milliarde Jahresumsatz wahrlich kein Leichtgewicht innerhalb der Luxusuhrencommunity. 2000 ging IWC (im Paket mit Jaeger Le Coultre und A. Lange & Söhne) für 2,8 Milliarden Franken an den südafrikanischen Luxusgüterkonzern Richemont. Im hauseigenen Uhrenmuseum am Standort Schaffhausen lässt sich die 150jährige Erfolgsgeschichte an 230 historischen Uhrenmodellen nachvollziehen. Ob Tourbillon, Chronograph, Minutenrepetition oder Mondphase - die Zeitmesser aus Schaffhausen lassen die Herzen von Sammlern & Uhrenliebhabern gleichermaßen höher schlagen.

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IWC Luxusuhren oder Ein Amerikaner in der Schweiz

Die Story der International Watch Company IWC lässt sich nicht mit ein paar Sätzen erzählen. Einzigartig an ihr wie an ihren Uhrmodellen sind viele Komponenten. Einmal die geografische Lage weit ab von den Schweizer Uhrenmetropolen in einer Randregion nahe dem Rhein; zum anderen die kuriose Umkehrung des vor 150 Jahren herrschenden Trends, der viele Auswanderer von Europa nach Amerika lockte, während der Gründer der International Watch Company (IWC) aus den Staaten in das damalige Niedriglohnland Schweiz aufbrach. Der Ingenieur und Uhrmacher Florentine Ariosto Jones setzte mit Chuzpe und Pioniergeist auf eine transkontinentale Kooperation: Die Uhrenfachkräfte der Schweiz, seine aus den Staaten importierte modernste Maschinentechnik und das amerikanische „anything goes“-Motto sollten ein breit angelegtes Uhrenimperium aufbauen. Dass er sich in der Uhrenwiege Schaffhausen niederließ, hatte neben der praktischen Erwägung die Energie der Rhein-Kraftwerke zu nutzen, auch einen historischen Hintersinn. Bereits 1409 fertigte man im nahen Kloster Rheinau Uhren und eine „Zunft der Feuerwerker, Büchsenschmiede, Uhrmacher und Windenmacher“ wird bereits im Jahr 1583 urkundlich erwähnt.

In Schaffhausen schuf die legendäre Uhrmacherfamilie Habrecht eine astronomische Groß-Uhr für das Straßburger Münster. Jones hatte offenbar nicht nur das Gespür für das Machbare, sondern auch für den Genius loci. Zwar scheiterte er – nicht zuletzt wegen der hohen Einfuhrzölle in die USA – und ging zurück in die Staaten und auch weitere Inhaber und Geschäftsführer kämpften mit hochschlagenden Rheinwellen. Aber mit der Übernahme durch den Schaffhäuser Industriellen Johannes Rauschenbach drehte sich 1879 der Wind. Das Glück schien IWC nun nicht mehr verlassen zu wollen, selbst der Bombenangriff am 1. April 1944 vermochte das IWC-Fabrikgelände nicht zu zerstören. Die Aufwärtsentwicklung steigerte sich bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein. Selbst die Quarzuhrenkrise in den Siebziger und Achtziger Jahren konnte das IWC-Schlachtschiff nur unwesentlich erschüttern. Mit dem als genial betrachteten Unternehmenskapitän Günter Blümlein blieb das Unternehmen stetig auf Erfolgskurs.




Die IWC Kronjuwelen

Heute werden für besonders gesuchte IWC-Raritäten hohe bis höchste Liebhaberpreise gezahlt. Die Unternehmenshistorie ist gepflastert mit Meilensteinen. Kurz nach der Firmengründung verblüfft die Pallweber-Taschenuhr mit der digitalen Anzeige von Stunden und Minuten, Albert Pellaton entwickelt den automatischen Aufzug. Mit hoher Innovationskraft erkennt das Unternehmen bereits Ende des 19. Jahrhunderts das Zukunftspotenzial von Armbanduhren und setzt auf eigene Uhrwerke. In den Dreißiger Jahren werden die IWC-Originaltaschenuhrwerke in Hochpräzisionsarmbanduhren eingebaut. Ihrer Zeit voraus sind die vor Magnetfeldern geschützte Fliegeruhr XI aus dem Jahr 1948 und ihre nicht weniger spektakulären Nachfolgerinnen, die die britische Luftwaffe zur Zeitmessung nutzte. Ihr folgen der Flieger-Chronograph und die Reihe Porsche Design by IWD mit Titanuhren wie der Ocean 2000 und der 1978 entwickelten Kompassuhr. Der erste Titan-Chronograph kommt 1980 auf den Markt. Nicht zu vergessen die Da-Vinci aus dem Jahr 1985, ein Chronograph mit vielen Komplikationen wie ewiger Kalender, Tourbillon, Mondphasenanzeige. Mit der Vorstellung einer exklusiven Rarität – das Schaffhausener Schlachtross oder Destriero Scafusia – beging IWC das Firmenjubiläum 1993. Alle aufgelegten 125 Exemplare waren innerhalb kürzester Zeit vergeben. Modellnamen wie Spitfire Chronograph (bspw. Referenz IW387802), Große Fliegeruhr (bspw. Referenz IW501901), Portugieser Perpetual Calendar, Rattrapante-Chrono, Portofino (bspw. Referenz IW391007) lassen Sammler und Uhrenliebhaber aufhorchen.




IWC – Langlebige Uhrenfamilien für Wenige

Mit Vorliebe greifen IWC-Kollektionen – Familien – kulturhistorische Aspekte auf. Uhrengeschichte schrieben die allererste Armbanduhr mit Grande Complication, die bis zu 2000 Meter wasserdichten, von der Optik der Taucheranzüge inspirierten Taucheruhren, die grandiosen Fliegeruhren, die erste Uhr mit Digitalanzeige. Die IWC-Ingenieur-Familie glänzt durch ihr einzigartiges Understatement in der Form. Mit dem starken Akzent auf Funktionalität wird sie von virilen Trägern bevorzugt, die sich zu nobler Zurückhaltung bekennen. Die IWC-Portugieser-Familie versteht sich als eine Reverenz an die große Seefahrernation Portugal. Die IWC-Da-Vinci-Familie verbeugt sich vor dem toskanischen Universalgenie Leonardo da Vinci, dessen vermeintlicher Flugantrieb sich in den Neunziger Jahren als Ur-Uhrwerk outete. Leichtfüßige Italianità drückt der IWC-Portofino-Familie ihren Stempel auf. Auch sie ein starkes Bekenntnis zu Understatement, als ab 1970 gewagte und aufsehenerregende Designeruhren immer stärker den Markt beherrschen. Klar proportioniert, aber nicht ohne die entscheidende Prise Extravaganz. 1967 reagiert IWC auf die steigende Beliebtheit des Tauchsports mit der Entwicklung von Taucheruhren in der Aquatimer-Familie, die2009 ein gefeiertes Revival erlebt. Seit der ersten Fliegeruhr aus dem Jahr 1936 bis heute ist die IWC-Fliegeruhren-Familie als traditionsreiches und unverzichtbares Mitglied im Unternehmensportfolio verankert.



For Machos only?

Die International Watch Company macht keinen Hehl daraus, dass sie ihre Uhren für den maskulinen, wagemutigen, zupackenden Mann baut. Robustheit, technische Komplexität und sportives, kraftvolles Aussehen machten die Marke unverwechselbar männlich. Die preisgekrönte IWC-Werbung aus den Neunzigern „IWC-Uhren - fast so kompliziert wie Frauen. Aber pünktlich“, trug dem Unternehmen zwar eine Rüge der Schweizer Gesellschaft für Lauterkeit ein. Und die Schweizer Gleichstellungsbeauftragte beurteilte den Slogan „Fast so schön wie eine Frau. Tickt aber richtig“ trotz der ironisierenden Intention als sexistisch. Der Akklamation ihrer männlichen Stammklientel konnte sich IWC aber sicher sein. Für Globalität exponierte sich IWC frühzeitig. Nicht ohne Grund positionierte das Schweizer Unternehmen amerikanischen Ursprungs seinen Flaggstore in Hongkong. Und nur dort sind spezielle Accessoires-Exklusivkollektionen in denkbar kleiner Stückzahl zu haben. Für Wenige – aber diesen nur das Beste!

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